
Wer schreibt in MV eigentlich aus?
Der öffentliche Auftragsmarkt wirkt von außen oft wie ein einziger großer Behördenapparat. Für Mecklenburg-Vorpommern haben wir genauer hingeschaut und 1.661 öffentliche Vergabeverfahren aus dem Zeitraum 1. April bis 31. Mai 2026 ausgewertet — jedes Verfahren einer Ebene zugeordnet: Kommunal, Land oder Bund.
Die Methode
Die Ebene leiten wir nicht aus einem Freitextfeld ab, sondern aus der ausschreibenden Stelle selbst. Gemeinden, Ämter, Städte, Landkreise und kommunale Betriebe zählen als kommunal, Landesbehörden als Land, Bundesstellen als Bund. Die Verfahren stammen aus den MV-Vergabeportalen und den kommunalen Bekanntmachungen; Boilerplate und Nicht-Ausschreibungen werden vorab herausgefiltert, damit die Quote nicht verzerrt.
Das Ergebnis
Das Bild ist deutlicher als erwartet:
- 87 % der Verfahren sind kommunal (1.442 Verfahren)
- 11 % entfallen auf das Land MV (191 Verfahren)
- nur 2 % auf den Bund (28 Verfahren)
Mit anderen Worten: 87 von 100 öffentlichen Vergaben in MV werden von Städten, Gemeinden, Ämtern und Landkreisen ausgeschrieben.
Warum das zählt
Der öffentliche Markt in MV ist dezentral. Wer hier mitbieten will, sollte nicht auf wenige große Landes- oder Bundesausschreibungen warten, sondern die vielen lokalen Vergabestellen kennen. Das verändert die Strategie: regionale Nähe, Kenntnis der kommunalen Strukturen und ein wacher Blick auf lokale Bekanntmachungen schlagen hier oft die reine Größe.
Die Auswertung ist Teil unseres laufenden Vergabedatensatzes — reproduzierbar aus einem fest definierten Zeitfenster und einer sauber abgegrenzten Quelle. In den nächsten Beiträgen schauen wir uns an, wo in MV ausgeschrieben wird und welche Branchen dominieren.